Leiterplattenmarkt und Branche

Der weltweite Leiterplattenmarkt verzeichnete in 2017 einen Umsatz von USD 62,1 Mrd. und ist somit im Vergleich zu den Vorjahren nicht weiter rückläufig, sondern um 6,9 % gewachsen.  Hauptumsatztreiber waren Smartphones und der Automobilmarkt.

Bezogen auf das Produktionsvolumen entfällt etwa die Hälfte, nämlich 49,2 % auf China, 12,6 % in Taiwan, 11,6 % in Süd-Korea, 8,4 % in Japan und 6,7 % zusammengerechnet in Thailand und Vietnam. In Summe stammten 2017 damit 88,5 % der Leiterplatten aus Asien; dies entspricht einem Wert von 55 Mrd. USD.

Amerika erwirtschaftete einen Anteil von 5 % am Gesamtumsatz, Europa 4 % und die übrige Welt 2,4 %. Die Europäische Leiterplattenproduktion entspricht damit USD 2,6 Mrd. bzw. ca. EUR 2,2 Mrd.

Der Leiterplattenmarkt ist mit Blick auf die weltweiten Absatzmärkte von den 3 großen „C“ (Computing, Communication und Consumer) dominiert, bedient in Europa aber vorwiegend die Segmente Industrie, Automotive und Luftfahrt.

Die Automobilbranche steht weltweit vor bedeutenden disruptiven Veränderungen, die u. a. in den gesetzlichen Anforderungen zur Reduzierung von CO² begründet liegen. Der wachsende Bedarf an Leiterplatten bezieht sich größtenteils auf Leiterplatten rund um Elektromobilität und autonomes Fahren.

 

Diese stellen besondere technische Anforderungen und lassen sich mit dem bisherigen Bedarf nur bedingt vergleichen. Jedoch ist gerade in diesem Bereich ein Wachstum von ca. 6 Prozent pro Jahr bis 2025 prognostiziert. Wachstumstreiber sind HF – Leiterplatten für den Sensorbereich, Metallkernleiterplatten auf Kupferbasis und insbesondere Dickkupfer-Leiterplatten sowie Embedding Technologien bzw. Palladium beschichtete Leiterplatten.

Aktuell gehen Schätzungen von ca. 2.500 bis 3.000 Herstellern weltweit aus.  Für Europa liegen exakte Zahlen vor, so gibt es dort 223 Leiterplattenhersteller und -händler. In der Bundesrepublik selbst sind es 61 Unternehmen. Im Jahr 1980 – dem Beginn der globalen Leiterplattenstatistik – dominierten Europa und Amerika die Weltproduktion mit einem Anteil von zusammen 60 %. Im Jahr 2000 fiel dieser Anteil auf 41 % und 2010 auf nur noch 12 %.

Die 30 größten Hersteller weltweit decken bereits 60 % des Marktvolumens – dies entspricht ca. USD 37 Mrd. oder knapp der vierzigfachen Menge der in Deutschland produzierten Leiterplatten.

Insgesamt verzeichnete die Leiterplattenbranche in Deutschland ein Umsatzwachstum von 6,5 % auf EUR 788 Mio. Das Wachstum ist damit geringer als in der Gesamtbranche.

Globale Trends und Entwicklungen

Elektromobilität

 

Die Volksrepublik China hat sich zum Ziel gesetzt, die Wende hin zur Elektromobilität anzuführen. So wurden 2017 eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die zum Ziel hatten den Anteil von Elektro- und Hybridautos im Land deutlich zu erhöhen.

Neben dem Errichten von mehreren Tausend Ladestationen wurden Regeln verabschiedet, die den Kauf von Elektroautos deutlich begünstigen. Die Regierung in Peking greift aber auch massiv in die Wirtschaft ein, so gelten seit 2018 Produktionsquoten für Elektroautos.  Zum Jahreswechsel 2017 / 2018 wurde sogar der Bau von 553 Automodellen mit Benzinmotor komplett verboten.

Bei der Batterietechnologie etwa, dem Herzstück des elektrischen Antriebs, versucht die Führung in Peking, die Geschicke im Sinne der heimischen Industrie zu lenken. Zwar sind Batterien des chinesischen Herstellers BYD durchaus konkurrenzfähig, weltweit führend sind jedoch die von japanischen und südkoreanischen Herstellern.

Als China vor einem Jahr neue Subventionsregeln einführte, erfüllten zwei chinesische Anbieter die Kriterien BYD und der junge Wettbewerber Contemporary Amperex Technology Limited (CATL) aus der südwestchinesischen Stadt Ningde. Letztere konnte die Produktion allein im vergangenen Jahr mehr als verdreifachen.

In diesen Batteriesystemen werden die gleichen Kupferfolien verarbeitet wie in der Leiterplattenindustrie. Ähnlich wie bei den Leiterplattenherstellern hat es bei den Zulieferern ebenfalls eine Konsolidierung gegeben, dementsprechend sind heute nur noch wenig Hersteller am Markt. Diese waren und sind nicht in der Lage die wachsende Nachfrage zu decken. Aufgrund der Subventionierung ist für diese Hersteller mittlerweile um bis zu dreimal attraktiver in die Automobilbranche statt in die Leiterplattenbranche zu liefern.

Rohstoffmarkt

 

Betrachtet man den Markt der Rohstoffe, so ergab 2017 ein uneinheitliches Bild. So stieg der Goldpreis um ca. 12% während Silber und Platin nahezu stabil blieben.

Die großen Industrie- bzw. Basismetalle konnten im vergangen Jahr alle eine massive Wertsteigerung verzeichnen. So verteuerte sich Nickel um 20 %, Blei um 24 % und Zink um 26 %. Am stärksten veränderte sich jedoch Kupfer um insgesamt plus 31 %.

Wesentliche Gründe für den starken Anstieg des Kupferpreises waren Streiks in der größten Fördernation Chile, die solide Entwicklung der Weltwirtschaft, eine stärkere Nachfrage aus China, Sorgen um ein zukünftiges Angebotsdefizit und der Boom im Elektromobilitätssektor.

Auch die Kosten für Erdöl sind 2017 gestiegen. Der Brent-Ölpreis beendete das vergangene Jahr mit einem Gewinn von 17,69 % und der WTI-Ölpreis erreichte immerhin noch ein Plus von 12,47 %.

Während Brent-Öl in US-Dollar im letzten Jahr um fast 18 % zugelegt hat, ist der Preis pro Barrel Brent in Euro gerechnet aber nur um etwas über 3 % gestiegen. Ein Gutteil der starken Performance der Ölpreise im letzten Jahr ist also auch und insbesondere der schwachen Dollar Entwicklung geschuldet.